Hausnotruf Kosten: 27 € Zuschuss – und was Sie wirklich zahlen
Ein Hausnotruf-Basispaket kostet 23 bis 29 € monatlich. Die Pflegekasse zahlt seit dem 01.04.2026 27 € netto im Monat – ab Pflegegrad 1, dazu einmalig 10,49 € für die Installation. Bei den meisten Anbietern ist das Basispaket damit vollständig abgedeckt. Teuer wird es erst bei den Zusatzleistungen.
Die Rechnung ist kurz
| Position | Betrag |
|---|---|
| Basispaket am Markt | 23 – 29 € monatlich |
| Zuschuss der Pflegekasse (ab Pflegegrad 1) | 27,00 € netto monatlich |
| Installationszuschuss | 10,49 € einmalig |
| Anschlussgebühr der Anbieter | 0 – 50 € einmalig |
| Eigenanteil beim Basispaket | meist 0 € |
Die großen Anbieter verlangen für das Basispaket fast alle rund 27 € im Monat – also genau den Betrag, den die Pflegekasse übernimmt. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der Vergütungsvereinbarungen mit den Pflegekassen.
Für Sie heißt das: Mit Pflegegrad ist das Basispaket in der Regel kostenlos. Der Zuschuss geht direkt an den Anbieter, Sie zahlen nichts und müssen nichts vorstrecken.
Der Zuschuss wurde erhöht – viele Ratgeber wissen das nicht
Zum 01.04.2026 ist der Zuschuss von 25,50 € auf 27,00 € netto monatlich gestiegen. Über das Jahr sind das 18 € mehr, der Jahreswert liegt jetzt bei 324 €.
Zahlreiche Übersichten nennen weiterhin 25,50 €. Wenn ein Anbieter Ihnen mit dieser Zahl einen Eigenanteil vorrechnet, lohnt die Nachfrage.
Zwei Voraussetzungen
- Ein anerkannter Pflegegrad – Pflegegrad 1 genügt.
- Die Person lebt allein oder verbringt große Teile des Tages ohne Hilfe.
Die zweite Bedingung wird oft übersehen. Sie ist aber weiter gefasst, als sie klingt: Auch wer mit Angehörigen zusammenlebt, diese aber berufstätig sind, erfüllt sie regelmäßig.
Ohne Pflegegrad zahlt die Pflegekasse nichts. Dann tragen Sie die vollen 23 bis 29 € selbst – oder Sie stellen zuerst den Antrag auf einen Pflegegrad.
Wo es tatsächlich Geld kostet
Das Basispaket ist gedeckt. Verdient wird an den Zusatzleistungen – und hier lohnt der Vergleich wirklich.
| Zusatzleistung | Wofür | Einschätzung |
|---|---|---|
| Schlüsselhinterlegung | Rettungskräfte kommen ohne Aufbruch herein | die sinnvollste Ergänzung |
| Mobilnotruf / GPS | Notruf auch außer Haus | nur, wenn die Person noch allein unterwegs ist |
| Sturzsensor | löst automatisch aus | sinnvoll bei hohem Sturzrisiko, aber fehleranfällig |
| Tagestaste / Aktivitätskontrolle | tägliche Lebenszeichen-Meldung | ersetzt keinen Besuch |
| Bereitschaftsdienst vor Ort | Anbieter kommt statt Rettungsdienst | deutlicher Preistreiber |
Die Schlüsselhinterlegung ist der Punkt, an dem am häufigsten falsch gespart wird. Ohne hinterlegten Schlüssel muss im Notfall die Wohnungstür geöffnet werden – im Zweifel durch die Feuerwehr, auf Ihre Kosten. Das übersteigt die Jahresgebühr für die Hinterlegung schnell.
Worauf Sie im Vertrag achten sollten
- Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist. Manche Anbieter binden 12 oder 24 Monate. Ein Wechsel ist grundsätzlich möglich, der Zuschuss läuft weiter.
- Anschlussgebühr. Zwischen 0 und 50 € – verhandelbar und bei Aktionen oft erlassen.
- Was passiert bei einem Fehlalarm? Seriöse Anbieter berechnen nichts.
- Wer rückt aus? Rettungsdienst, Angehörige oder ein eigener Bereitschaftsdienst – das unterscheidet sich erheblich und bestimmt den Preis.
- Ist das Gerät im Hilfsmittelverzeichnis gelistet? Nur dann zahlt die Pflegekasse.
Was Sie jetzt tun sollten
- Beantragen Sie den Pflegegrad, falls nicht vorhanden. Schon Pflegegrad 1 macht das Basispaket kostenlos.
- Fragen Sie nach dem Preis des Basispakets – und prüfen Sie, ob nach Abzug der 27 € wirklich ein Eigenanteil bleibt.
- Nehmen Sie die Schlüsselhinterlegung dazu. Sie ist die einzige Zusatzleistung, die sich fast immer rechnet.
- Lassen Sie sich nicht zu Paketen überreden, deren Leistungen Sie nicht brauchen. Der Zuschuss deckt das Basispaket, alles darüber zahlen Sie selbst.
Häufige Fragen
Was kostet ein Hausnotruf im Monat?
Ein klassisches Basispaket aus Basisstation und Notrufknopf kostet 23 bis 29 € monatlich. Hinzu kommt bei manchen Anbietern eine einmalige Anschlussgebühr von 0 bis 50 €.
Wie viel zahlt die Pflegekasse zum Hausnotruf?
Seit dem 01.04.2026 sind es 27,00 € netto monatlich, zuvor 25,50 €. Dazu kommt ein einmaliger Installationszuschuss von 10,49 €. Der Betrag geht direkt an den Vertragsanbieter.
Ab welchem Pflegegrad gibt es den Zuschuss?
Bereits ab Pflegegrad 1. Voraussetzung ist zusätzlich, dass die Person allein lebt oder große Teile des Tages ohne Hilfe verbringt.
Ist der Hausnotruf mit Pflegegrad kostenlos?
Beim Basispaket in der Regel ja. Die meisten Anbieter haben ihre Preise genau auf den Zuschuss ausgerichtet, sodass kein Eigenanteil bleibt. Prüfen Sie aber, ob eine Anschlussgebühr erhoben wird.
Bekomme ich den Zuschuss auch ohne Pflegegrad?
Nein. Ohne anerkannten Pflegegrad zahlt die Pflegekasse nicht. Dann tragen Sie die vollen 23 bis 29 € monatlich selbst – oder Sie beantragen zuerst den Pflegegrad.
Was ist im Basispaket enthalten?
Die Basisstation, der Notrufknopf als Armband oder Halskette und die Anbindung an eine Notrufzentrale rund um die Uhr. Nicht enthalten sind Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung, Mobilnotruf oder Sturzsensor.
Lohnt sich ein teureres Paket?
Das hängt von der Situation ab. Die Schlüsselhinterlegung ist die sinnvollste Ergänzung – ohne sie muss im Notfall die Tür aufgebrochen werden. Mobilnotruf lohnt nur, wenn die Person noch regelmäßig allein unterwegs ist.
Kann ich den Anbieter wechseln?
Ja. Achten Sie auf die Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist – manche Anbieter binden für 12 oder 24 Monate. Der Zuschuss der Pflegekasse bleibt beim Wechsel bestehen.
Das könnte Sie auch interessieren
Quellen
- § 40 SGB XI – Pflegehilfsmittel
- GKV-Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 52 – Notrufsysteme
- BMG, „Leistungsansprüche der Versicherten im Jahr 2026 an die Pflegeversicherung im Kurzüberblick“, Stand 11.12.2025
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Pflegeberatung. Eine kostenlose und unabhängige Beratung erhalten Sie bei jedem Pflegestützpunkt sowie nach § 7a SGB XI bei Ihrer Pflegekasse.